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Viele Menschen tun sich mit dem Senden einer zweiten E-Mail nach einer Anfrage schwer. Du denkst vielleicht, die andere Person sei beschäftigt, oder du befürchtest, dass deine ursprüngliche Nachricht nicht gut genug war. Diese Zweifel sind menschlich. Doch erinnere dich: Im hektischen Alltag gehen Nachrichten schnell unter. Ein höfliches Nachhaken ist oft kein Störfaktor, sondern eine notwendige Erinnerung. Es zeigt Professionalität und echtes Interesse an der Sache. Deine Nachricht verdient es, gesehen zu werden.
Die Angst vor dem „Nervfaktor“
Deine größte Sorge ist wahrscheinlich, dass dein Gegenüber denkt: „Schon wieder diese Person.“ Das passiert nur, wenn dein Follow-up keinen Mehrwert bietet oder zu schnell kommt. Wenn du nach einer Woche eine knappe, freundliche Erinnerung schickst, die auf den Punkt kommt, wirkst du organisiert. Wenn du aber dreimal täglich nachfragst, wird es kritisch. Wir schauen uns gleich an, wie du den perfekten Abstand findest.
Der Zeitpunkt ist entscheidend für den Erfolg deines Nachhakens. Es gibt keine starre Regel, aber bewährte Richtlinien, je nach Kontext deiner ursprünglichen Kommunikation. Betrachte die Situation genau, bevor du auf „Senden“ klickst.
Nach dem ersten Kontakt (z.B. Messe, Kennenlerngespräch)
Wenn du jemanden persönlich getroffen hast, ist die Zeitspanne kürzer. Du willst die Verbindung frisch halten. Sende deine erste Erinnerungsmail nach einem ersten Treffen idealerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Du beziehst dich auf ein konkretes Gesprächselement. Das wirkt sofort persönlich und sorgt dafür, dass dein Name im Gedächtnis bleibt.
VIDEO: Effizient Protokolle schreiben – so geht’s! | Stefanie Voss
Nach dem Versenden eines Angebots oder detaillierter Informationen
Hier musst du etwas länger warten. Die andere Seite braucht Zeit, um Dokumente zu prüfen und interne Entscheidungen zu treffen. Ein guter Richtwert ist eine Follow up Nachricht nach Angebot nach etwa fünf bis sieben Arbeitstagen. Ist es ein sehr komplexes Angebot, gib ruhig zehn Tage. Wichtig ist, dass du in deiner Nachricht eine konkrete Rückfrage stellst, die eine Entscheidungshilfe bietet.
Nach einer Bewerbung oder Bewerbungsgespräch
Hier sind die Fristen oft vom Unternehmen vorgegeben. Wenn keine Frist genannt wurde, sind zwei Wochen nach dem letzten Gespräch ein guter Zeitpunkt für eine professionelle Follow up E-Mail nach dem Vorstellungsgespräch. Frage nach dem aktuellen Stand des Prozesses und bekräftige dein Interesse.
Eine effektive Follow up Kommunikation ist kurz, klar und zielgerichtet. Sie dient nicht dazu, die alte Nachricht einfach noch einmal zu senden. Dein Ziel ist es, eine Reaktion zu provozieren, ohne Druck auszuüben. Hier sind die Bausteine für eine Nachricht, die ankommt.
Wichtige Lektüre
Bereichere dein Wissen über Effektive Follow-up Nachrichten schreiben: Tipps & Beispiele mit diesen essenziellen Lesematerialien.
• Follow-up E-Mails schreiben: Vorlagen, Tipps und Beispiele | Brevo
1. Der Betreff: Aufmerksamkeit wecken
Der Betreff muss sofort zeigen, worum es geht, ohne alarmierend zu wirken. Vermeide generische Betreffzeilen wie „Kurze Nachfrage“.
• Bezug auf das Alte: „Rückfrage zu unserem Gespräch letzte Woche“
• Konkret und kurz: „Follow up: Ihr Projekt XYZ – Nächste Schritte?“
• Mit Mehrwert: „Ergänzung zu unserem Vorschlag: Link zu [relevantem Dokument]“
2. Der Einstieg: Freundlich und erinnernd
Starte warm und beziehe dich auf den letzten Kontaktpunkt. Du musst niemanden an die lange Konversation erinnern, sondern nur an den letzten Ankerpunkt.
Beispiel: „Ich hoffe, diese E-Mail erreicht dich gut. Ich melde mich kurz bezüglich des Angebots, das ich dir am Dienstag geschickt habe.“
3. Der Kern: Der Mehrwert oder die klare Frage
Dies ist der wichtigste Teil. Warum schreibst du jetzt? Biete etwas Neues oder stelle eine einfache Frage, die nur eine kurze Antwort erfordert. Das ist das Geheimnis, um eine effektive Nachfass-E-Mail zu schreiben.
• Mehrwert bieten: Füge eine interessante Studie an, die das Thema deines Angebots untermauert, oder erwähne eine Änderung am Markt, die relevant ist.
• Hindernisse beseitigen: Frage direkt nach möglichen Blockaden. Beispiel: „Gibt es vielleicht Unterlagen, die du noch benötigst, um die Entscheidung zu treffen?“
• Konkrete Handlungsaufforderung (Call to Action): Stelle eine Ja/Nein-Frage oder biete einen Termin an. Beispiel: „Passt dir Dienstag um 10 Uhr für einen kurzen Klärungsanruf?“
4. Der Abschluss: Die Tür offen lassen
Beende die Nachricht freundlich und ohne Druck. Gib der anderen Person die Möglichkeit, sich in Ruhe zu melden.
Beispiel: „Falls gerade viel los ist, gib mir einfach Bescheid. Ich freue mich auf deine Rückmeldung, wann immer es passt.“
Nicht jede Situation ist gleich. Dein Ansatz für eine Follow up Nachricht an einen potenziellen Kunden unterscheidet sich von dem, den du für einen internen Kollegen wählst.
Das Dilemma: Keine Antwort auf die erste Erinnerung
Wenn du nach der ersten Erinnerung (z.B. nach sieben Tagen) immer noch keine Antwort hast, ist es Zeit für eine zweite, oft strategischere Nachricht. Hier nützt es nichts, nur „Hallo?“ zu schreiben. Jetzt bringst du einen neuen Anreiz oder eine „Abschiedsoption“ ins Spiel.
Versuche es mit der „Breaking Point“-Methode. Du signalisierst, dass du das Thema zwar nicht fallen lässt, aber verstehst, wenn die Priorität woanders liegt. Sende diesen zweiten Follow-up etwa 5 bis 7 Tage nach dem ersten.
Beispiel für den zweiten Versuch: „Ich wollte nur sicherstellen, dass meine E-Mail vom letzten Dienstag angekommen ist. Ich verstehe, wenn das Thema gerade nicht oberste Priorität hat. Soll ich das Thema für sechs Monate auf Eis legen und mich dann wieder melden, oder gibt es jemanden in deinem Team, den ich stattdessen kontaktieren soll?“
Der professionelle Abbruch (Wenn du keine Antwort bekommst)
Manchmal ist Schweigen eine klare Antwort. Wenn du nach zwei bis drei Versuchen keine Reaktion erhältst, ist es klug, das Thema formell abzuschließen. Das nennt man auch „Closing the Loop“. Das klingt negativ, ist aber positiv für deinen Ruf.
Du zeigst damit, dass du die Zeit des anderen respektierst. Schreibe eine letzte, sehr kurze Nachricht, die besagt, dass du davon ausgehst, dass das Thema im Moment nicht relevant ist, und du daher das Dossier schließt. Oftmals weckt genau dieser Schritt die letzte Aufmerksamkeit, da die Person befürchtet, eine Chance zu verpassen.
Die Zwischennachricht bei langwierigen Prozessen
Wenn du weißt, dass die Entscheidung mehrere Wochen dauert (z.B. bei komplexen Genehmigungen), musst du proaktiv Status-Updates senden, bevor du überhaupt um eine Antwort bittest. Das ist das beste Mittel gegen das Gefühl, warten zu müssen.
Halte den Kontakt alle zwei Wochen, indem du eine kurze Info teilst. „Kleine Zwischenmeldung: Wir haben die Spezifikationen finalisiert. Sobald wir die Freigabe von deiner Seite bekommen, können wir sofort starten.“ So bist du präsent, lieferst aber Arbeitspakete statt reiner Nachfragen.
Nicht jede Kommunikation findet per E-Mail statt. Deine Strategie für eine Follow up Nachricht auf LinkedIn oder beim Telefonat muss angepasst werden.
Social Media (z.B. LinkedIn)
Hier sind die Nachrichten kürzer und direkter. Du nutzt oft den vorherigen Kontakt als Aufhänger. Wenn du nach einem Kontakt auf LinkedIn ein Angebot schickst, beziehe dich auf den gemeinsamen Berufswechsel oder das Thema, das ihr besprochen habt. Halte es auf zwei bis drei kurze Zeilen. Zu lange Nachrichten werden oft ignoriert.
Telefonische Nachbereitung
Beim Telefonat ist die Tonlage entscheidend. Sei entspannt. Starte nicht mit einer Entschuldigung. Sage stattdessen: „Ich rufe kurz an, weil ich weiß, dass du viel zu tun hast. Ich wollte nur sicherstellen, dass mein E-Mail-Anhang zu [Thema] nicht im Spam gelandet ist.“ Wenn die Person gerade nicht kann, frage sofort nach einem besseren Zeitpunkt. Das nimmt den Druck des Überrumpelns.
was ist der beste weg, um nachzufragen?
Der beste Weg ist immer die E-Mail, da sie dokumentiert ist und die andere Person in Ruhe lesen kann. Wichtig ist, dass du eine konkrete Frage stellst, die eine einfache Antwort zulässt. Vermeide vage Formulierungen, die nur „Ja, ich habe es gelesen“ als Antwort ermöglichen. Gib stattdessen eine Option zur Handlung vor.
muss ich mich immer für das nachhaken entschuldigen?
Nein, auf keinen Fall. Entschuldige dich nicht dafür, dass du professionell nachfragst. Eine kurze, freundliche Einleitung wie „Ich hoffe, es geht dir gut“ reicht völlig aus. Eine Entschuldigung schwächt deine Position und impliziert, dass du eigentlich etwas Unangemessenes tust, was nicht stimmt. Bleib selbstbewusst und sachlich.
wie oft sollte ich nach einer nicht erhaltenen bewerbungsantwort fragen?
Nach einer Bewerbung sind zwei bis drei Nachfragen meistens das Maximum, wenn keine Rückmeldung erfolgt. Warte nach der Bewerbung etwa zehn bis vierzehn Tage. Wenn du nach einem Gespräch eingeladen warst, warte etwa eine Woche nach dem vereinbarten Termin für das Feedback. Danach solltest du deine Energie auf andere Möglichkeiten konzentrieren, wenn du keine klare Antwort erhältst.